Tumor-Operation per Joystick

Operation per Joystick © Siemens

Im Behandlungszimmer der Zukunft: Operation per Joystick © Siemens

Heute schon der zehnte Patient mit Darmkrebs – doch das ist inzwischen eine Routinebehandlung. Der Gentest hatte frühzeitig erhöhte Wachsamkeit empfohlen, eine schnelle Blutanalyse entdeckte Eiweiße, die vor allem von Darmkrebszellen produziert werden, und der Hausarzt riet daraufhin zu einer Untersuchung im Tomographen – mit einem Stoff, der ausschließlich an Krebszellen andockt und sie sichtbar macht. Tatsächlich konnte so ein kleiner Tumor aufgespürt werden. Vollautomatisch steuert der Computer nun einen  Katheterschlauch bis kurz vor den Tumor – dann übernimmt der Chirurg die Joystick-Steuerung. Dank der Miniaturkamera des Katheters sieht er auf dem Schirm vor sich stark vergrößert genau die Stellen, an denen die Krebszellen im Infrarotlicht aufleuchten. Mit dem winzigen Chiplabor an der Katheterspitze führt der Arzt noch eine Gewebeanalyse durch, dann aktiviert er das Laserskalpell. Damit trennt er den Tumor sauber vom umliegenden Gewebe, und saugt über den Katheter alle Krebszellen ab. Kurze Zeit später wird der Patient schon wieder nach Hause entlassen – der Arzt versichert ihm, dass er dank der frühen Tumorbehandlung sehr wahrscheinlich wieder vollständig genesen wird. Nur solle er überlegen, seine Ernährungsgewohnheiten umzustellen…

Im Jahr 2050 wird voraussichtlich jeder dritte Deutsche über 65 Jahre alt sein, jeder Siebte über 80, und die Zahl der Über-100-Jährigen wird sich gegenüber heute verzehnfachen. Damit das Gesundheitswesen bezahlbar bleibt, müssen neue Lösungen entwickelt werden, die eine bessere Gesundheitsversorgung bei zugleich geringeren Kosten ermöglichen. Dabei müssen nicht nur die Abläufe in den Kliniken effizienter werden, sondern auch Vorsorge, Sensorik und die Früherkennung von Krankheiten werden eine wesentliche Rolle spielen. So besagt eine Faustregel bei Krebs, dass vier Fünftel der Therapiekosten dann anfallen, wenn sich gefährliche Metastasen gebildet haben. Erkennt man den Krebs hingegen in einem frühen Stadium, ist die Behandlung weit kostengünstiger und viel versprechender: Solange die Geschwulst nicht größer als fünf Millimeter ist, ist der Krebs oft gut behandelbar. Forscher setzen daher auf Geräte, die immer präzisere Einblicke in den Körper liefern, mit denen sich Veränderungen auf molekularer Ebene analysieren lassen. Unterstützt werden sie dabei in Zukunft von digitalen Helfern – Computern und Robotern als Assistenzärzten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s