Roboter auf Rädern

Autofahren in der Stadt ist zu einer fast lautlosen Angelegenheit geworden. Manche vermissen das Röhren der Motoren ihrer alten Sportwagen, aber das gibt es bei Elektroautos nicht mehr. Dafür lässt mein City Car beim Anfahren jeden Porsche alt aussehen, denn die Durchzugskraft seiner Elektromotoren ist gleich von Anfang an voll da. Doch ich nutze das viel zu selten. Meist habe ich gar keine Lust, selbst zu fahren. Seit es den Automatik-Modus gibt, lehne ich mich immer öfter einfach zurück und genieße ein Konzert oder mache Büroarbeiten, während das Fahrzeug sanft mit dem Verkehr mitfließt. Unfälle braucht niemand mehr zu fürchten, seit die Autos voller Kameras, Radar- und Infrarotsensoren stecken und selbsttätig mit Ampeln, Verkehrszeichen und anderen Fahrzeugen Kontakt aufnehmen. Wenn ich dann aussteige, schicke ich das Auto los, sich einen Parkplatz zu suchen – wo es meist auch gleich kabellos aufgeladen wird. Brauche ich es später wieder, genügt ein leichtes Antippen des Symbols auf meinem Smartphone, und mein Roboter auf Rädern taucht binnen weniger Minuten auf wie ein treuer Hund, um mich abzuholen.

Roboter auf Rädern © Siemens

Die Tankstellen der Zukunft © Siemens

In den Städten des Jahres 2050 werden Elektroautos, -roller und -fahrräder das Straßenbild beherrschen. Ein Elektroantrieb ist dreimal effizienter als ein Verbrennungsmotor, und wenn das Fahrzeug Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne oder Wasserkraft tankt, kann man nicht umweltfreundlicher unterwegs sein. Die Motoren werden direkt in den Rädern stecken. Antrieb, Bremse, Lenkung und Dämpfung sind hier gleich integriert. Achsen, Getriebe und viele andere Bauteile fallen weg – was den Designern enorme Freiräume für das Fahrzeuginnere bietet. Zudem kann jedes Rad unabhängig voneinander gesteuert werden. Quereinparken wird so zum Kinderspiel. Ziele werden einfach per Sprachbefehl eingegeben, und auch die Autos kommunizieren untereinander, um sich vor Staus oder Gefahren zu warnen. Zugleich sind sie ein wichtiger Teil des intelligenten Stromnetzes, denn sie tanken nicht nur Strom, sondern werden auch selbst zu Stromhändlern: Energie, die sie beispielsweise nachts günstig eingekauft und in ihren Batterien gespeichert haben, können sie tagsüber zu höheren Preisen wieder ins Netz abgeben – und so für ihren Besitzer sogar noch Geld verdienen.

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