Grüne Energie für die Städte von morgen

Strom für die Städte im Jahr 2050 © Siemens
Die Energiewelt des Jahres 2050 – ein Ausblick  © Siemens

Endlich hat der Sturm nachgelassen, nachdem er Tage lang die Windräder vor der Küste bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit angetrieben hatte. Das war das einzig Positive an der vergangenen Orkanwoche: Tausende von Windkraftanlagen liefen auf volle Leistung, ebenso die Windräder zwischen den Hochhäusern – da spielte es keine Rolle, dass die Solaranlagen auf den Dächern und an den Fassaden wegen des dunklen Himmels selbst am Tag kaum Strom lieferten. Die Windräder produzierten so viel davon, dass sie oft mehr Elektrizität erzeugten, als zu dieser Zeit an der Küste verbraucht wurde – und man konnte sogar die hoch effizienten Gaskraftwerke abschalten. Mit dem Überschussstrom tankten Zigtausende von Fahrzeugbesitzern billig ihre Elektroautos voll, und selbst dann blieb noch genug übrig, um in Elektrolyse-Anlagen große Mengen an Wasserstoff zu erzeugen. Der wird später ins Erdgasnetz eingespeist und dient zum Heizen, oder er wird in Wasserstoff-Turbinen in Strom umgewandelt oder zusammen mit den Kohlendioxid-Abgasen aus Kraftwerken zum Alkohol Methanol veredelt – den Autos wie früher Benzin tanken können. Bei all den Umwandlungen geht zwar die Hälfte der Energie verloren, aber das ist immer noch besser, als wenn man die Windturbinen bei starkem Wind abschalten müsste, weil die Stromnachfrage zu gering ist.

Die Energiewelt des Jahres 2050 wird ganz anders aussehen als die unserer Tage. Strom aus Windanlagen wird dann so kostengünstig sein wie heute der aus Kohle oder Kernkraft, und selbst Solarzellen werden konkurrenzfähig Strom liefern. Man wird sie nicht nur auf Dächern sehen, sondern als dünne Beschichtungen auch auf Wänden, Fassaden und Fenstern. Strom aus Kohle wird hingegen teurer werden, weil ein Preis für die Emission des Treibhausgases Kohlendioxid gezahlt werden muss. Daher kann es sich in Zukunft lohnen, bei Kohlekraftwerken das Kohlendioxid wegzufangen, unterirdisch zu lagern oder industriell zu nutzen. Weiterhin erfolgreich werden kombinierte Gas- und Dampfkraftwerke sein, denn sie sind die effizientesten Stromproduzenten überhaupt: Sie wandeln mehr als 60 Prozent der Energie des Erdgases in Strom um, und den Rest können sie als Fernwärme in die Heizungssysteme der Städte speisen. Zugleich braucht man Speicher, wenn zu viel Wind weht oder die Sonne zu stark scheint. Dann muss der Überschussstrom zum Beispiel in Batterien gespeichert werden oder man muss ihn intelligent nutzen: etwa indem man mit seiner Hilfe Wasser in die Gase Wasserstoff und Sauerstoff spaltet – beides wichtige Stoffe für die Chemieindustrie und Wasserstoff zugleich einer der umweltfreundlichsten und stärksten Energieträger überhaupt.

 


3 Antworten zu Grüne Energie für die Städte von morgen

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  2. Johne659 schreibt:

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    Leider gibt es viel zu wenig über dieses Thema zu lesen, wobei die Welt von Morgen/Übermorgen uns und unsere Kinder betrifft…
    Mittlerweile habe ich selber auch eine Website erstellt zur Sache: http://www.metropolen-der-zukunft.de
    Liebe Grüße.
    Jens Kwass

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